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Richtiges Lüften

Das Klima eines Innenraumes wird u.a. von der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur bestimmt. Ausreichendes Lüften bei überlegter, den Erfordernissen angepasster Beheizung stellt eine entscheidende Maßnahme dar, um ein optimales, d.h. behagliches und gesundes Wohnraumklima zu erzeugen.

Zu beachten ist: Ist die Luft zu trocken, können die Schleimhäute (Augen, Atemwege) gereizt werden, ist sie zu feucht, droht der Wohnung Schimmelpilzbefall. Er ist keinesfalls ein rein ästhetisches Wohnproblem, sondern kann zu ernsten Gesundheitsbeeinträchtigungen (z.B. zu allergischem Asthma) führen. Um Schimmelpilzbildung zu vermeiden, wird eine relative Luftfeuchtigkeit (rF) von 30-65% empfohlen; unter dem Aspekt der Atemwegsbefeuchtung ebenfalls mindestens 30% rF, aber besser noch 45% und mehr; Personen mit Neurodermitis wird generell zu einer rF von 45-55% geraten. (Interessant für Hausstaubmilben-Allergiker: Eine wochenlange rF unter 30% überleben die Tierchen nicht, und am besten gedeihen sie bei einer rF von 50-70%; dennoch ist aus medizinischer Sicht von einer trockenen Luft eher abzuraten, s.o.) Um die Zusammenhänge zwischen Belüftung und Raumfeuchtigkeit zu verstehen, ist vor allem an eines zu denken: Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. So ist es zu erklären, dass man im Winterhalbjahr selbst bei feuchtem Wetter (Regen, Nebel) warme, feuchte Innenraumluft ins Freie ableiten kann. Wird dies versäumt, kühlt sie an kälteren Oberflächen (z.B. an Außenwänden) ab, und es bildet sich Kondenswasser. Wird dieses nicht entfernt, kommt es zum Schimmelpilzbefall. Andererseits sorgt Lüften zu jeder Jahreszeit (bei europäischem Klima) dafür, dass zu trockene Raumluft (Heizperiode) mit Feuchtigkeit angereichert wird.

Auf die Luftqualität achten

Eine ausreichende Belüftung ist zudem unverzichtbar, um den Kohlendioxid-Gehalt (Erhöhung durch Ausatmung) sowie die Schadstoff- und Staubkonzentration der Raumluft zu verringern. Leider kann man nicht an jedem Wohnort davon ausgehen, zu jeder Zeit gesunde Luft vor den Fenstern vorzufinden, gerade in Ballungsgebieten ziehen mitunter unangenehme Fremdgerüche an den Wohnhäusern vorbei. In diesem Fall helfen auch die besten Lüftungstipps nichts - wichtig ist, sich auf seinen gesunden Menschenverstand zu verlassen und zu warten, bis die Außenluft eine akzeptable Qualität hat. Davon abgesehen, gibt es für das richtige Lüften wichtige Hinweise:

Wohnzimmer / allgemein: Prinzipiell werden drei Lüftungsarten unterschieden.
1.) Querlüftung bzw. Durchzug: Für einen guten Luftaustausch genügt es, zwei gegenüberliegende Fenster für 3-5 Minuten weit zu öffnen.
2.) Stoßlüftung: Für einen guten Luftaustausch wird ein Einzelfenster 5-10 Minuten geöffnet.
3.) Lüften durch Kippstellung des Fensters: Ein guter Luftaustausch erfolgt nach 30-75 Minuten.
Bei Außenkälte besteht hier die Gefahr, dass sich aufgrund zu starker Abkühlung der Fensterumgebung Kondenswasser bildet. Am besten ist es, in bewohnten Räumen ca. alle drei Stunden eine Stoßlüftung durchzuführen.

Schlafzimmer: Im Mittel gibt ein Erwachsener beim achtstündigen Schlaf 300g Wasser ab, über die Atmung und die Haut; wer nicht bei geöffneter Klappe schläft, sollte daher im Laufe des Tages, am besten morgens, für den erforderlichen Luftaustauch sorgen. Vorsicht: Wird abends die Temperatur eines kalten Schlafzimmers durch einen warmen angrenzenden Raum erhöht, um in der Nacht wieder abzukühlen, kann sich u.U. Kondenswasser an den Wänden bilden.

Kinderzimmer: Die Schleimhäute von Kindern sind besonders empfindlich, daher darf es einerseits auf keinen Fall zur Schimmelpilzbildung kommen, andererseits wird besonders in kleinen Räumen die Luft in der Heizperiode sehr schnell viel zu trocken und führt zu Reizungen. Wird ein sehr kleines Kinderzimmer nachts beheizt, müssen spezielle Maßnahmen zur Luftbefeuchtung ergriffen werden.

Küche und Bad: Am besten ist es, den Wasserdampf schon bei seiner Entstehung ins Freie hinauszuleiten und evtl. später richtig nachzulüften. Bleibt der Dampf im Raum, entsteht schnell Schimmel. (Ein Zusatztipp für das Bad, um dunklen Stellen vorzubeugen: nach jedem Duschen feuchte Kacheln und Armaturen kurz mit einem Tuch abtrocknen.)

Wenig genutzte Räume: Je kühler die Temperatur in ihnen ist, desto häufiger müssen sie (mit nicht zu warmer Luft, siehe „Keller“) belüftet werden. Bei kühlen Temperaturen ab 16°-14° droht Kondensation.

Keller: Hier spielt die Jahreszeit eine Rolle: Im warmen Sommer lässt sich ein feucht-kühler Kellerraum in der Regel nicht durch Lüften trocknen. Denn wenn sich die Sommerluft mit ihrer hohen Luftfeuchtigkeit im Keller abkühlt, steigt dessen rF noch mehr an, und die Wahrscheinlichkeit der Kondenswasserbildung an den Wänden erhöht sich.

Souterrain-Wohnungen: siehe „Keller“; es empfiehlt sich, die unter dem Erdniveau liegenden kühlen Räume an heißen Sommertagen überwiegend früh morgens und spät abends zu belüften.

Neubauten: Die Restfeuchte und die eventuellen Emissionen der Baumaterialien erfordern über einen längeren Zeitraum eine intensive Belüftung.

Tipps: Die Anschaffung eines Hygrometers (Feuchtigkeitsmessgerät) ist in jedem Fall sinnvoll.
Zur Optimierung der Luftfeuchtigkeit als auch zur Reduzierung der Schadstoffdichte kann ein maßvoller Einsatz von ausgewählten Grünpflanzen hilfreich sein. Ob und wann das Trocknen von Wäsche in einem Innenraum sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Luftfeuchtigkeit ab - in der Heizperiode kann es sogar helfen, Schleimhautreizungen zu verhüten. Das gilt auch für Kinderzimmer, doch sind Wäscheständer dann zu sichern.

 

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